LKW kaufen – Tipps von Christina Scheib

Was sollte man beim LKW-Kauf beachten?

orange truck with a pricetag parking on a road

Wer sich als LKW-Fahrer selbstständig machen möchte, benötigt dafür einen LKW. Was sollte man beim Kauf beachten? Wir haben eine Expertin gefragt.

Viele Fahrerinnen und Fahrer verdienen ihr Geld als Angestellte einer Spedition oder anderer Unternehmen. Doch einige machen sich auch selbstständig – so wie Christina Scheib. Die Fahrerin ist mittlerweile seit einigen Jahren auf eigene Faust unterwegs und hat sich in der Branche einen Namen gemacht.

Doch der Weg hierhin war lang, und am Anfang stand auch Christina erstmal mit nichts da. Es gab viele Auflagen zu erfüllen, Papierkram zu erledigen, Versicherungen abzuschließen und auch ein LKW musste erstmal gekauft werden.

Aber was sollte man beachten, wenn man sich den ersten eigenen LKW kaufen möchte?

7 Tipps von Christina Scheib zum LKW-Kauf

Wir haben Christina Scheib gefragt, was ihr beim ersten LKW-Kauf wichtig war und worauf sie achten würde. Hier findet ihr ihre Antworten.

1. Auf das Preis-Leistungsverhältnis achten

Gerade zu Anfang der Karriere hat man viele Kosten, aber wenig Budget. Natürlich sollte man ausgerechnet am LKW, dem zentralen Werkzeug der eigenen Arbeit, nicht unbedingt sparen. Aber man muss schauen, dass man im Rahmen bleibt: „Viele haben eine Wunschmarke, ob es nun ein MAN, ein Scania, ein Volvo oder was anderes ist“, führt Christina aus: „Aber man sollte gerade am Anfang möglichst offen sein und bei den Kosten darauf achten, dass das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt.“

Sie rät: „Lasst euch von einem kompetenten Verkäufer beraten, der darauf achtet, was eure Bedürfnisse sind und mit welchem LKW man diese erfüllen kann.“

2. Klären: Wofür genau brauche ich den LKW?

Christina betont, dass man zuallererst überlegen sollte, welche Arten von Transporten man durchführen möchte – und dafür einen geeigneten LKW mit passender Ausstattung suchen: „Der LKW muss darauf ausgelegt sein, was man fahren möchte“, so Christina: „Achtet auf Themen wie Reifen, Reifengröße und -höhe, und welche Funktionen der LKW haben sollte. Macht euch da im Vorfeld Gedanken. „Wenn ich sage: Ich möchte Kies fahren oder mich im Baustellenverkehr betätigen und brauche eine Kipphydraulik, habe dann aber einen LKW ohne Hydraulik gekauft, ist das blöd.“

Man sollte sich wirklich bewusst machen, was man mit dem LKW machen will. Natürlich kann man immer nachrüsten – aber das geht unter Umständen ins Geld.

3. Ausstattung des LKW

Es gibt zahlreiche Dinge, mit denen ein LKW ausgestattet werden kann. Hier muss man ebenfalls auf die Preis-Leistung achten und genau überlegen, was man gerne haben möchte. Christina achtete auf folgende Dinge: „Ich wollte möglichst alle Assistenzsysteme haben, die zur Sicherheit beitragen, und die im Zweifel leben retten können“, erklärt die Truckerin. Außerdem: „Eine Standklimaanlage war mir auch wichtig, weil ich nicht wollte, dass ich im Winter den Motor laufen lassen muss, um nicht zu frieren. Andersrum ist es auch schön, den LKW runterkühlen zu können, wenn es im Sommer heiß wird.“

4. Achtet auf die Schadstoffklasse

Die Schadstoffklasse des LKW sollte man auf dem Schirm haben – auch aus Kostengründen. Denn eine schlechte Schadstoffklasse kann sich auf die Mautkosten auswirken: „Insbesondere, wenn man dann Touren in andere Länder fährt, wo man dann an der Grenze richtig zahlen muss, wegen der CO2-Abgaben.“ Mehr zur LKW-Maut lest ihr hier: Die LKW-Maut in Europa – Was muss man beachten?

5. LKW auf dem Gebrauchtmarkt?

Christina erklärt, dass ein Gebraucht-LKW gerade am Anfang für Selbstständige eine gute Option sein kann: „Gerade als junger Einzelunternehmer kann es sehr schwierig sein, eine Neuwagenfinanzierung zu bekommen, wenn man nicht die richtige Bank hat“, erzählt sie: „Mein erster LKW, die Bella, war auch ein Gebrauchtwagen. Ich wollte halt kein uraltes Auto kaufen, das schon völlig runtergearbeitet war, sondern einen, der noch ordentlich dastand und ein bisschen Ausstattung hatte. Das habe ich mit Bella gefunden.“ Erst im letzten Jahr trennte sich Christina nach vielen Jahren von ihrem ersten Truck.

trucker with a magnifying glass. Orange truck parking in the background

6. Zustand des Fahrzeugs intensiv prüfen

Der LKW-Kauf ist eine Investition in die Zukunft, die langfristig im Einsatz sein soll. Deshalb gilt: Keine Eile beim Kauf. Stattdessen sollte man sich das Fahrzeug wirklich genau anschauen. Dazu gehört eine Inspektion der Bremsen, Kupplung und der Technik: „Wenn ihr ein bisschen technikaffin seid, schaut auch mal den Bordcomputer durch, prüft die Bremsbeläge. Schaut euch an: Wie sieht der Motor aus, tropft es irgendwo?“, so Christina: „Oder nehmt eine Person mit, die sich mit der Technik gut auskennt.“

Eine Probefahrt sollte man unbedingt machen. „Ebenfalls denkbar ist es, bei der Probefahrt beim TÜV vorbeizufahren und den LKW einmal anschauen zu lassen.“

7. Gibt es No-Gos für dich?

Hat man vorher No-Gos definiert, sollte man diese auch einhalten: „Für mich war es beispielsweise entscheidend, dass die Bremsen und die Kupplung noch in Ordnung sind“, so Christina. „Außerdem wollte ich keinen LKW, der komplett verwohnt oder vollgeraucht war.“ Denn schließlich will man sich im eigenen LKW ja auch wohlfühlen.

Für viele Truckerinnen und Trucker ist der LKW eine Art zweites Zuhause. Die Bedeutung des Wagens für einen selbst sollte man also nicht unterschätzen. Mehr dazu lest ihr hier: Wie viel Zeit und Geld stecken privat im LKW?

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